(1.9.26) Über fünfundzwanzig Jahre war der alte Abendmahlstisch in Vergessenheit geraten. Zerlegt und unbeachtet stand er in einem Abstellraum im „Pfarrhüsli“ der Kirche St. Peter in Oberdorf. Wahrscheinlich war er einst entfernt worden, weil er zu massiv und unverrückbar im Weg stand und viele Veranstaltungen wie Chorkonzerte erschwerte. Jetzt haben wir ihn hinter der Kirche wieder neu aufgestellt. Es sind nur wenige bauliche Details bekannt. Er wird ins 18. Jahrhundert datiert und in den historischen Archiven lediglich als eines der herausragenden Ausstattungsstücke der Kirche gelistet. Steine dieser Art wurden fast ausschliesslich aus lokalem Kalkstein der umliegenden Jura-Brüche gewonnen.

Die meisten Abendmahlstische in reformierten Kirchen wurden aus Holz gefertigt. Massive Steintische spiegelten den Wunsch der Gemeinde wider, dem Wort Gottes und dem Sakrament ein unumstössliches, dauerhaftes Fundament im Raum zu geben. Traditionell liegt auf dem reformierten Abendmahlstisch während des Gottesdienstes die aufgeschlagene Bibel. Der Tisch dient im reformierten Verständnis nicht als Opferstätte, sondern als Tisch des Herrn, um den sich die Gemeinde zur Feier versammelt. Nach der Reformation (1529) änderte sich die Nutzung des Altarraums massiv. Anstelle des vorreformatorischen katholischen Opferaltars trat der protestantische Abendmahlstisch ins Zentrum der Liturgie, an dem das Abendmahl in Brot und Wein als Erinnerungsmahl gefeiert wird.
Am 13. September werden wir bei schönem Wetter den Gottesdienst am neu aufgestellten Abendmahlstisch feiern.

